Montag, 16. April 2018

Das Loch


In mir klaffte ein Loch
Ein böses Nichts
das mir nicht Frage
noch Antwort war

Lange Zeit versuchte ich
es mit einem Du zu füllen
Aber das Loch war maßlos -
ein Du war ihm nicht genug

Dann suchte ich die Erlösung
im Ruhm der weiten Welt
Doch das Loch schluckte meine kleinen
und großen Erfolge
als wären sie nichts
und klaffte schwarz wie zuvor

Zuletzt stieg ich selbst hinab
und war überrascht
Denn es war weniger finster
als ich gefürchtet hatte
und auch nicht so kalt

Erst als ich am Ende meines Wegs
festen Boden unter den Füßen spürte
erkannte ich:
Es war ein Fundament
kein Abgrund
Ein Loch hatte es nie gegeben
Nur mich


Montag, 9. April 2018

Wolf

Er verschränkt seinen Blick mit meinem
Ein glashelles Grün
wie Eis im Frühling

Ich müsste mich fürchten
doch das, was mächtig nach mir greift
ist keine Angst

In seinen Augen lese ich Sehnsucht 
nicht Gier
und ein uraltes Versprechen 

Nie bin ich ihm zuvor
in diesem Leben begegnet
Aber die Luft zwischen uns flirrt
und ich weiß, dass er mich erkennt
ebenso wie ich ihn 




Samstag, 7. April 2018

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Herzlichen Dank all jenen, die sich schon für mich in die Schlacht geworfen haben oder dies noch tun werden!

Kaia

Donnerstag, 5. April 2018

Gestrandet

Das Meer verschlingt meine Schreie
Der Sturm reißt sie mir aus dem Mund
und das Donnern der Wogen erdrückt
was von ihnen noch übrig war

Sinnlos, den Horizont nach einem Segel abzusuchen 
das niemals auftauchen wird
Es gibt nichts zu sehen
Nur das Salz brennt in meinen Augen 

Ich frage mich
weshalb ich immer noch hier stehe
und meine Einsamkeit gegen den Wind brülle
obwohl mich niemand hört


Freitag, 30. März 2018

Karfreitag

Herr, schenke uns Glauben
wenn unsere Welt ins Wanken gerät
Hoffnung, wenn wir zu verzweifeln drohen
Mut, unseren Ängsten entgegenzutreten
Und wenn die Dunkelheit nach uns greift
gib uns Licht.

Samstag, 17. März 2018

Bruchstücke

„Geh nicht“, bat er sie, aber er sagte es erst, als sie den Fuß schon auf die Schwelle gesetzt hatte und sie beide wussten, dass es zu spät war. Trotzdem tat es gut, diese Worte aus seinem Mund zu hören: „Geh nicht.“

Sie überlegte, was sie ihm antworten sollte, doch jeder Satz, der ihr in den Sinn kam, klang zu pathetisch, um ihn auszusprechen. „Ein Teil von mir wird immer bei dir sein“, wer sagt denn so etwas im echten Leben? Obwohl es die Wahrheit war.

Für einen Sekundenbruchteil erwog sie sogar zu bleiben. Aber damit würde sie weder sich noch ihm einen Gefallen tun. Jetzt, wo sie so weit gekommen waren. Jetzt, wo sie den Abschied zelebrierten und sich schon mit wohligem Schauer auf den Schmerz vorbereiteten, der danach kommen würde. Nein, bleiben war keine Option, jetzt nicht mehr.

Sie entschied sich dafür, nichts zu sagen. Aber sie blickte ihm in die Augen, direkt, wie sie es immer getan hatte. Sie ließ die Wärme zu, die immer noch zwischen ihnen wogte. Und lächelte ihn an. Er war überrascht, ein wenig verunsichert, und wagte nicht, ihr Lächeln zu erwidern. Aber sie kannte ihn. Sie wusste, wie gut es ihm tat.

Mit einem Mal wurde ihr klar, dass sie nicht nach Worten zu ringen brauchte. Alles, was gesagt werden musste, legte sie in ihr Strahlen. Sie war sicher, dass es in ihm fortwirken würde. Dies war der Grundstein, aus dem sie jederzeit, in ein paar Monaten oder in ferner Zukunft, eine neue Brücke würden bauen können. Sie schwor sich, dass sie ihm immer mit einem Lächeln begegnen würde, wann auch immer und wo auch immer sich ihre Wege kreuzen sollten. Darauf konnte er sich verlassen.

Seine Züge entspannten sich. Als hätte er ihre Gedanken gelesen. Jetzt begann auch er zu leuchten. Alles war gut. Sie drehte sich um und verließ das Haus.


Freitag, 9. März 2018

Am Ende der Worte

Und dann hielt sie inne
und blickte sich um

Sie sah
dass es gut war
auch wenn es manchmal wehtat

Sie begriff
dass sie es konnte
auch wenn sie zuweilen strauchelte

Sie wusste 
dass sie es wollte
auch wenn sie nie gegen Zweifel gefeit war

Sie hatte erkannt 
wer sie war
und liebte ihre vergangenen Ichs
ebenso wie die Zukunft
die in ihr schlummerte


Und es gab nichts mehr zu sagen