Seltsam
dass alte Wunden
nicht heilen
Ungerührt
von der Wucht
der Jahrzehnte
schmerzen sie
und bluten
als wär’s erst
gestern gewesen
oder heute
Die Zeit heilt nur
wenn sie vergeht
wenn aus dem grellen Jetzt
ganz sachte
Damals wird
Wenn unbemerkt
ein leichter Nebel sich
über Ecken, Kanten,
Gräben legt
der jeden schrillen Ton
und scharfen Klang
in Watte packt
Die Zeit vergeht nur
untertags
wenn mein Gehirn weiß
wer ich bin
und wann
Im Traum jedoch
steht dein Gesicht vor mir
vertraut und
ohne Schatten
Und meine Liebe
hofft auf’s Neue
unverbesserlich
und meine Schuld
reicht bitter ihr
die Waage
Und jener Teil von mir
der auch im Traum weiß,
dass er träumt
flüstert mir höhnisch
- fast, als schmerzte es
noch nicht genug:
Es ist zu spät
nicht mehr zu ändern
die Chance verpasst
die Züge ausgeführt
die Bauern grausam
aus dem Feld geschlagen
Ach, könnte ich die Uhr
nach beiden Seiten drehen!
Doch sie läuft stur voran
wie man es ihr befohlen
Die Opfer sind
nur zu beklagen
nicht zu retten
Und meine Wunden
werden klaffen
jenseits aller Zeit
Gedichte Gedanken Träume Texte Geschichten Kurzgeschichten Lyrik Prosa Wortbilder Wortsplitter Kaia Rose
Donnerstag, 9. Dezember 2010
Sonntag, 21. November 2010
Märchen
Und wenn sie nicht gestorben sind
leben sie immer noch
in den Perlen des Schaumweins glitzernd
dass dein Inneres klingt
und du dir nichts wünscht
als bei ihnen zu sein
Du hältst dich fest
hältst sie fest
wenn ihre Farben verblassen
willst sie nicht missen
nicht ihr Bild
in dir zerreißen
auf halbem Weg gestrandet
im Echo ihres Seins
Du willst sie lieben
ihre Nähe spüren
auf deiner nackten Seele
Wie ein Kostüm
so seidenweich
dein Ich verklärt
in lichte Sphären hebt
Du trinkst ihr Leid
als wär’s das deine
ihr Durst stillt deinen Hunger
nach Gefühl
du darfst sie leben
bis das letzte Blatt
euch scheidet
und dich zurücklässt
dürr und einsam
in einer leeren Welt
leben sie immer noch
in den Perlen des Schaumweins glitzernd
dass dein Inneres klingt
und du dir nichts wünscht
als bei ihnen zu sein
Du hältst dich fest
hältst sie fest
wenn ihre Farben verblassen
willst sie nicht missen
nicht ihr Bild
in dir zerreißen
auf halbem Weg gestrandet
im Echo ihres Seins
Du willst sie lieben
ihre Nähe spüren
auf deiner nackten Seele
Wie ein Kostüm
so seidenweich
dein Ich verklärt
in lichte Sphären hebt
Du trinkst ihr Leid
als wär’s das deine
ihr Durst stillt deinen Hunger
nach Gefühl
du darfst sie leben
bis das letzte Blatt
euch scheidet
und dich zurücklässt
dürr und einsam
in einer leeren Welt
Dienstag, 2. November 2010
Allerheiligen
Der See liegt dunkel
vor schweren Wänden
die Bäume feiern glanzvoll
ihren Untergang
Zerdrückte Wolken treiben unstet
lauschend dem Wind
der sich dem Winter noch nicht fügt
und trotzig wild
das Lied vom Sommer singt
Was kümmert sie
mein leeres Winseln
mein Morgen
das für sie längst
gestern ist?
In Demut leg ich meine Furcht
vor ihnen nieder
und wie mein Jammern
prallt mein Lobpreis ab
an ihrem stummen Sein
Vor ihrer Ewigkeit
finde ich Ruhe
ein Molekül im Universum, das
im Troste der Vergänglichkeit sich wiegt
Ich atme Frieden und
still dank ich den Gewalten
für meine Bedeutungslosigkeit
vor schweren Wänden
die Bäume feiern glanzvoll
ihren Untergang
Zerdrückte Wolken treiben unstet
lauschend dem Wind
der sich dem Winter noch nicht fügt
und trotzig wild
das Lied vom Sommer singt
Was kümmert sie
mein leeres Winseln
mein Morgen
das für sie längst
gestern ist?
In Demut leg ich meine Furcht
vor ihnen nieder
und wie mein Jammern
prallt mein Lobpreis ab
an ihrem stummen Sein
Vor ihrer Ewigkeit
finde ich Ruhe
ein Molekül im Universum, das
im Troste der Vergänglichkeit sich wiegt
Ich atme Frieden und
still dank ich den Gewalten
für meine Bedeutungslosigkeit
Freitag, 22. Oktober 2010
Emotionen
Das Lied von der Kärntner Straße
in mein Zimmer holen
an Erdbeereis denken, ohne es
auf meiner Haut zu fühlen
wie gut es tut
es einmal gefühlt zu haben
Weine ich aus Freude
Trauer
Liebe
Empathie
oder weil nichts von alledem
mich erfüllt
oder zuviel von allem
Die Sonne scheint
und singt das Lied des Regens
träumt sie vom Regenbogen
oder vom Mond?
Vollkommenheit ist
unseren Herzen fremd
wie eine nie gehörte Sprache
Dort, wo es klafft und zieht
wo Dunkelheit und Kälte
dem lichten Antlitz unserer Seele
Akzente setzen
sind wir daheim
in mein Zimmer holen
an Erdbeereis denken, ohne es
auf meiner Haut zu fühlen
wie gut es tut
es einmal gefühlt zu haben
Weine ich aus Freude
Trauer
Liebe
Empathie
oder weil nichts von alledem
mich erfüllt
oder zuviel von allem
Die Sonne scheint
und singt das Lied des Regens
träumt sie vom Regenbogen
oder vom Mond?
Vollkommenheit ist
unseren Herzen fremd
wie eine nie gehörte Sprache
Dort, wo es klafft und zieht
wo Dunkelheit und Kälte
dem lichten Antlitz unserer Seele
Akzente setzen
sind wir daheim
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Chaos
Schreiben
was nicht gesagt werden kann
weil es nie gedacht wurde
Wie viele Möglichkeiten schwirren
unerkannt im Raum?
Schreien sie nach Leben?
Oder sind ihre Zungen stumm
wie ihr Antlitz blind
ohne den Atem des Künstlers?
Was fühlt der Würfel
während er fällt?
Weiß er, ob er auf der Schokoladenseite
weich landen
oder im Abgrund zerschellen wird?
Hat ein unbekanntes Ich ihn
grausam lächelnd
aus dem Ärmel geschüttelt?
Oder ist er
der ewig fallende Engel,
auf dem Sturzflug in eine Tiefe
deren Endlosigkeit ihr
jeden Schrecken nimmt?
Ameisenhaft betulich
suchen wir Antworten
scheffeln Wissen
entwerfen Hypothesen
genährt von einem Fieber
das zerstört, was es begreift
trunken aus der wilden Hoffnung
dass hinter unseren Antworten
die Frage steht
was nicht gesagt werden kann
weil es nie gedacht wurde
Wie viele Möglichkeiten schwirren
unerkannt im Raum?
Schreien sie nach Leben?
Oder sind ihre Zungen stumm
wie ihr Antlitz blind
ohne den Atem des Künstlers?
Was fühlt der Würfel
während er fällt?
Weiß er, ob er auf der Schokoladenseite
weich landen
oder im Abgrund zerschellen wird?
Hat ein unbekanntes Ich ihn
grausam lächelnd
aus dem Ärmel geschüttelt?
Oder ist er
der ewig fallende Engel,
auf dem Sturzflug in eine Tiefe
deren Endlosigkeit ihr
jeden Schrecken nimmt?
Ameisenhaft betulich
suchen wir Antworten
scheffeln Wissen
entwerfen Hypothesen
genährt von einem Fieber
das zerstört, was es begreift
trunken aus der wilden Hoffnung
dass hinter unseren Antworten
die Frage steht
Freitag, 24. September 2010
Daheim
Die Bäume haben
auf mich gewartet
geduldig
so lange war ich fort
Ungerührt stehen sie
jeder ein Wunder für sich
singen leise ihr Lied
als wäre nichts geschehen
Vielleicht ist es
in Baumzeit
nur eine Sekunde
seit ich sie besucht habe
in einem anderen Leben
Oder vielleicht haben sie
mich nicht bemerkt
Ich atme ihre Ruhe
die mich nicht braucht
die mich befreit
Und tröstend fühl ich
die Gewissheit
dass sie noch hier sein werden
lang nach mir
auf mich gewartet
geduldig
so lange war ich fort
Ungerührt stehen sie
jeder ein Wunder für sich
singen leise ihr Lied
als wäre nichts geschehen
Vielleicht ist es
in Baumzeit
nur eine Sekunde
seit ich sie besucht habe
in einem anderen Leben
Oder vielleicht haben sie
mich nicht bemerkt
Ich atme ihre Ruhe
die mich nicht braucht
die mich befreit
Und tröstend fühl ich
die Gewissheit
dass sie noch hier sein werden
lang nach mir
Sonntag, 22. August 2010
Evas Garten
Die Augen schließen
Das Salz auf meiner Haut prickelt
unter dem Werben der Sonne
Eine Taube schreit
im Rhythmus meines Atems
seltsam vertrauter Ton
meiner Kindheit
Jedoch
mein Blick verlangt zu sehen
dem Ruf zu folgen, der
lockend und fordernd
aus der Tiefe steigt
Unter den Felsklippen sprudelt er hervor
die herausfordernd bizarr
mitten im Fall verharren
seit Jahrtausenden
Aus smaragdenen Gründen dringt er
klar und rein
die wie offene Spiegel
ihre Geheimnisse verschenken
und flüsternd erzählen
von einer verborgenen Welt
Aus den Hügeln purzelt er
lustig herüber
stößt sich an einem Gipfel ab
rollt ein Stück hinunter
bis zur nächsten Kuppe
hüpft von einer Zypresse zur nächsten
wie ein frecher Spatz
dass ich lächelnd den Kopf schüttle
Steigt dann jauchzend empor
immer höher
ins unendlich Blaue
ruht sich dankbar aus auf
einer Wolkenleiter
die da wie zufällig liegt und
seiner harrt
winkt mir von oben
spitzbübisch kokett
sein Lachen tausendfach vertont
im herben Singsang
der Zikaden
- Und dankbar
lausche ich dem Ruf
Mein Leben strömt
im Takt seiner Musik
Ich sehe, höre, fühle
wie am ersten Tag
Und meine Freude füllt das Universum
Das Salz auf meiner Haut prickelt
unter dem Werben der Sonne
Eine Taube schreit
im Rhythmus meines Atems
seltsam vertrauter Ton
meiner Kindheit
Jedoch
mein Blick verlangt zu sehen
dem Ruf zu folgen, der
lockend und fordernd
aus der Tiefe steigt
Unter den Felsklippen sprudelt er hervor
die herausfordernd bizarr
mitten im Fall verharren
seit Jahrtausenden
Aus smaragdenen Gründen dringt er
klar und rein
die wie offene Spiegel
ihre Geheimnisse verschenken
und flüsternd erzählen
von einer verborgenen Welt
Aus den Hügeln purzelt er
lustig herüber
stößt sich an einem Gipfel ab
rollt ein Stück hinunter
bis zur nächsten Kuppe
hüpft von einer Zypresse zur nächsten
wie ein frecher Spatz
dass ich lächelnd den Kopf schüttle
Steigt dann jauchzend empor
immer höher
ins unendlich Blaue
ruht sich dankbar aus auf
einer Wolkenleiter
die da wie zufällig liegt und
seiner harrt
winkt mir von oben
spitzbübisch kokett
sein Lachen tausendfach vertont
im herben Singsang
der Zikaden
- Und dankbar
lausche ich dem Ruf
Mein Leben strömt
im Takt seiner Musik
Ich sehe, höre, fühle
wie am ersten Tag
Und meine Freude füllt das Universum
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