Ein Jahr, das
jede Schranke brach
und alle Grenzen sprengte
das unvermutet in den Schoß mir warf
was ich mir nicht verdient
und worum in meiner Blindheit
ich nie gebeten hatte
Ein Jahr, das mich
mit harter Hand
auf steilen Pfaden und
durch düstere Schluchten
beständig vorwärts zwang und
unerbittlich
in die Sonne führte
Ein Jahr, das mir
das Steuer nahm
die Macht und die Kontrolle
und mir dafür den Frieden gab
ein neues, stilles Sein
Ein Jahr, das mir
noch vorenthielt
die Antwort auf die große Frage
doch schenkte es mir Dankbarkeit
die keinen Zweifel kennt
Gedichte Gedanken Träume Texte Geschichten Kurzgeschichten Lyrik Prosa Wortbilder Wortsplitter Kaia Rose
Sonntag, 1. Januar 2012
Montag, 10. Oktober 2011
Selbstgespräch
Überdruss
der meine Kehle schnürt
Wut und Abscheu
im handlichen Doppelpack
und keine Aussicht
auf Flucht
Wären irgendwann
in grauer Vorzeit
die Würfel anders gefallen
wo stände ich heute?
Wäre ich glücklicher?
Einsam?
Verzweifelt?
Suchte ich noch nach dem
was man Liebe nennt?
Gefangen in dem Palast
den ich mir einst so stolz erbaute
dem Heim, das ich mir damals
hoffnungsfroh gegründet hab
Verantwortlich für jene
welche ihr Schicksal
nicht selbst verschuldet haben
Mein Geist irrt ziellos
wie durch ein Labyrinth
pocht an der Türe jeder Möglichkeit
die mir verschlossen ist
schneidet sich an den Kanten
jener Schluchten
die mir offen stehen
torkelt in wirren Kreiseln
und findet keinen Halt
Was nützt mir alles sture Streben
nach Zielen, Lösungen und Strategien
wenn jeder Pfad
in einen Abgrund führt
und jede Option
an eine Wand?
Ich muss mich mahnen
zu bedenken
dass auch Taumeln
eine Form der Fortbewegung ist
und dass dort irgendwo im Dunst
der Boden wartet
am Ende meines freien Falls.
der meine Kehle schnürt
Wut und Abscheu
im handlichen Doppelpack
und keine Aussicht
auf Flucht
Wären irgendwann
in grauer Vorzeit
die Würfel anders gefallen
wo stände ich heute?
Wäre ich glücklicher?
Einsam?
Verzweifelt?
Suchte ich noch nach dem
was man Liebe nennt?
Gefangen in dem Palast
den ich mir einst so stolz erbaute
dem Heim, das ich mir damals
hoffnungsfroh gegründet hab
Verantwortlich für jene
welche ihr Schicksal
nicht selbst verschuldet haben
Mein Geist irrt ziellos
wie durch ein Labyrinth
pocht an der Türe jeder Möglichkeit
die mir verschlossen ist
schneidet sich an den Kanten
jener Schluchten
die mir offen stehen
torkelt in wirren Kreiseln
und findet keinen Halt
Was nützt mir alles sture Streben
nach Zielen, Lösungen und Strategien
wenn jeder Pfad
in einen Abgrund führt
und jede Option
an eine Wand?
Ich muss mich mahnen
zu bedenken
dass auch Taumeln
eine Form der Fortbewegung ist
und dass dort irgendwo im Dunst
der Boden wartet
am Ende meines freien Falls.
Dienstag, 6. September 2011
Fragen
Wer hat das Licht
in deinem Lächeln
ausgeknipst?
Wer hat die Wärme
deiner Haut
neutralisiert?
Wer macht
dass meine Blicke
an dir vorüber schweifen
als fänden sie dort nichts
was ihnen Heimat geben kann?
Wer redet mir mit kalter, klarer Stimme
von deinen Fehlern
deiner Unzulänglichkeit?
Wo ist mein Sehnen
ist mein heißes Streben
nach der Berührung deiner Hand?
Wo flackert noch das Feuer
das uns so unumstößlich
aneinander band?
Wo hab ich dich verloren?
Und warum frag ich mich auf einmal
ob ich dich je fand?
in deinem Lächeln
ausgeknipst?
Wer hat die Wärme
deiner Haut
neutralisiert?
Wer macht
dass meine Blicke
an dir vorüber schweifen
als fänden sie dort nichts
was ihnen Heimat geben kann?
Wer redet mir mit kalter, klarer Stimme
von deinen Fehlern
deiner Unzulänglichkeit?
Wo ist mein Sehnen
ist mein heißes Streben
nach der Berührung deiner Hand?
Wo flackert noch das Feuer
das uns so unumstößlich
aneinander band?
Wo hab ich dich verloren?
Und warum frag ich mich auf einmal
ob ich dich je fand?
Insomnia
Da liegt er nun
mein ramponierter Körper
zerknüllt wie eine leere Haut
die achtlos in ein Eck
geworfen wurde
blank vor Erschöpfung
und rastlos
in seinem faden Schmerz
Die wirren Fäden
die ihr Netz in wilder Hast
durch meine Sinne spinnen
fügen sich nicht
zu einem klaren Bild
und kein Gedanke findet
Gestalt genug
dass ich ihn greifen kann
Das Morgen lauert schon zu nah
das Gestern ist versickert
zu belanglos
der Schlaf verblasst als Trugbild
viel zu fern
als dass ich streben könnte
nach seinem sicheren Ufer
Und ich verharre
verloren in der Zeit
kann in kein Denken
in kein Fühlen mich entziehen
die Tore sind geschlossen
in das Refugium des Traums
und selbst der große Bruder Alptraum
schlägt mir die Türe zu
So lieg ich ächzend
unter meines Leibes Last
verdammt dazu
in dumpfem Sein zu warten
auf einen neuen Tag
den ich viel lieber noch
in weiter Ferne säh
mein ramponierter Körper
zerknüllt wie eine leere Haut
die achtlos in ein Eck
geworfen wurde
blank vor Erschöpfung
und rastlos
in seinem faden Schmerz
Die wirren Fäden
die ihr Netz in wilder Hast
durch meine Sinne spinnen
fügen sich nicht
zu einem klaren Bild
und kein Gedanke findet
Gestalt genug
dass ich ihn greifen kann
Das Morgen lauert schon zu nah
das Gestern ist versickert
zu belanglos
der Schlaf verblasst als Trugbild
viel zu fern
als dass ich streben könnte
nach seinem sicheren Ufer
Und ich verharre
verloren in der Zeit
kann in kein Denken
in kein Fühlen mich entziehen
die Tore sind geschlossen
in das Refugium des Traums
und selbst der große Bruder Alptraum
schlägt mir die Türe zu
So lieg ich ächzend
unter meines Leibes Last
verdammt dazu
in dumpfem Sein zu warten
auf einen neuen Tag
den ich viel lieber noch
in weiter Ferne säh
Montag, 11. April 2011
La Surprise
Plötzlich
singen die Vögel lauter
leuchten die Farben bunter
fließen die Tränen wärmer
Hinter der Maske der Beiläufigkeit
hat Gott die Karten
neu gemischt
Ich hatte ihn nicht
um ein As gebeten
doch Glück gehört
zum Spiel
Zweidimensional und fern
zieht jetzt die Welt
in der ich gestern lebte
an mir vorbei
Die Wahrheit schlummert noch
geborgen im Geheimen
ich hüte lächelnd meinen Trumpf
und setze auf Full House
singen die Vögel lauter
leuchten die Farben bunter
fließen die Tränen wärmer
Hinter der Maske der Beiläufigkeit
hat Gott die Karten
neu gemischt
Ich hatte ihn nicht
um ein As gebeten
doch Glück gehört
zum Spiel
Zweidimensional und fern
zieht jetzt die Welt
in der ich gestern lebte
an mir vorbei
Die Wahrheit schlummert noch
geborgen im Geheimen
ich hüte lächelnd meinen Trumpf
und setze auf Full House
Donnerstag, 3. Februar 2011
Felicitas
Als wäre das so einfach:
glücklich sein.
Als brauchte es dazu nur alles
was das Leben bieten kann.
Um Glück zu kennen
musst du wissen
um seine Endlichkeit
und seinen Preis
Denn ohne Antithese
verkommt das Göttliche in uns
zu animalischer
Zufriedenheit
Das wahre Glück ist kurz
und schmerzhaft
reißt dich aus dir heraus
in einen anderen Horizont
Dort zu verweilen wäre tödlich
Die Glut der Sonne deiner Flügel
sicherer Untergang
Willst du das höchste Glück
aus voller Seele kosten
brauchst du das Leid
das dich in Bahnen hält
Und erst, wenn du gelernt hast
Schmerz in Würde anzunehmen
hast du die Reife
zu ertragen auch
dein Glück
glücklich sein.
Als brauchte es dazu nur alles
was das Leben bieten kann.
Um Glück zu kennen
musst du wissen
um seine Endlichkeit
und seinen Preis
Denn ohne Antithese
verkommt das Göttliche in uns
zu animalischer
Zufriedenheit
Das wahre Glück ist kurz
und schmerzhaft
reißt dich aus dir heraus
in einen anderen Horizont
Dort zu verweilen wäre tödlich
Die Glut der Sonne deiner Flügel
sicherer Untergang
Willst du das höchste Glück
aus voller Seele kosten
brauchst du das Leid
das dich in Bahnen hält
Und erst, wenn du gelernt hast
Schmerz in Würde anzunehmen
hast du die Reife
zu ertragen auch
dein Glück
Mittwoch, 2. Februar 2011
Opa
Deine Stimme
fast rauschfrei
aus dem Tonband
Du erzählst mir von der Waldfee
und vom Zauberer
Sie kennen mich noch
die Gefährten meiner Kindheit
und über die Jahrzehnte, die uns trennen
reichen sie mir die Hand
wie ich sie jener kleinen Stimme reiche
die wissbegierig dich mit Fragen überhäuft
und die vor langer Zeit
- zu lang, um den Gedanken zu ertragen -
die meine war.
Noch jetzt häng ich an deinen Lippen
und lausche mit den Ohren der Erwachsenen
der bunten Märchenwelt
gebaut aus Liebe und aus Phantasie
die mir als Kind zu selbstverständlich war
um mit der Dankbarkeit von heute
auf ihren Grund zu sehen
So jung klingt deine Stimme
in ihrer Unbeschwertheit fern dem bitteren Joch
welches du damals nicht erahnen musstest
und das dich doch unweigerlich erwartet hat
Mich drückt das Mitleid mit dem liebevollen Opa
der in der Zeit so weit
im Raum so nahe zu mir spricht
wie gerne nähme ich dem lustigen Erzähler
die Zukunft, die mir noch so qualvoll
in der Erinnerung steht
Und doch bist du mir auf dem Tonband
weniger vertraut als
deine Stimme, die ich in meinem Kopf
tagtäglich hör
die mit mir spricht, mir Mut macht
mich berät
wie es das Leben
nicht zugelassen hat
Wir beide haben
einander viel gesagt
seit du gegangen bist
Mein Dank und meine Liebe
begleiten mich, wohin ich geh
Vor 37 Jahren
als ich, ein Neugeborenes,
in deiner Tochter Armen lag
hast du mich gefunden
Am Ende deines Weges erst
als nach der Pein
die Ruhe kam
da fand ich dich.
fast rauschfrei
aus dem Tonband
Du erzählst mir von der Waldfee
und vom Zauberer
Sie kennen mich noch
die Gefährten meiner Kindheit
und über die Jahrzehnte, die uns trennen
reichen sie mir die Hand
wie ich sie jener kleinen Stimme reiche
die wissbegierig dich mit Fragen überhäuft
und die vor langer Zeit
- zu lang, um den Gedanken zu ertragen -
die meine war.
Noch jetzt häng ich an deinen Lippen
und lausche mit den Ohren der Erwachsenen
der bunten Märchenwelt
gebaut aus Liebe und aus Phantasie
die mir als Kind zu selbstverständlich war
um mit der Dankbarkeit von heute
auf ihren Grund zu sehen
So jung klingt deine Stimme
in ihrer Unbeschwertheit fern dem bitteren Joch
welches du damals nicht erahnen musstest
und das dich doch unweigerlich erwartet hat
Mich drückt das Mitleid mit dem liebevollen Opa
der in der Zeit so weit
im Raum so nahe zu mir spricht
wie gerne nähme ich dem lustigen Erzähler
die Zukunft, die mir noch so qualvoll
in der Erinnerung steht
Und doch bist du mir auf dem Tonband
weniger vertraut als
deine Stimme, die ich in meinem Kopf
tagtäglich hör
die mit mir spricht, mir Mut macht
mich berät
wie es das Leben
nicht zugelassen hat
Wir beide haben
einander viel gesagt
seit du gegangen bist
Mein Dank und meine Liebe
begleiten mich, wohin ich geh
Vor 37 Jahren
als ich, ein Neugeborenes,
in deiner Tochter Armen lag
hast du mich gefunden
Am Ende deines Weges erst
als nach der Pein
die Ruhe kam
da fand ich dich.
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